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Kurze Antwort: Wer die Tafel als Unternehmen unterstützen will, plant nach dem Kalender der Tafel, nicht nach dem eigenen. Hat Ihr Gebäude eine Farm von MicroHabitat, müssen Sie die Tafel nicht selbst suchen: MicroHabitat findet eine in der Nähe der Farm und organisiert die Gemüsespenden. Ihr Unternehmen gestaltet den Rest des Jahres – mit Einsätzen, Geldspenden oder Sammelaktionen, um die die Tafel bittet, mit einer festen Ansprechperson und mit einem Bericht, der nur enthält, was die Tafel bestätigt.
Teil unseres Leitfadens: ESG und urbane Landwirtschaft: der vollständige Leitfaden.
Für viele Unternehmen beginnt jetzt die wichtigste Spendenzeit des Jahres. Am GivingTuesday, dem 1. Dezember 2026, rufen Organisationen weltweit zum Geben auf, und am 5. Dezember folgt der Internationale Tag des Ehrenamts der Vereinten Nationen – in einem Jahr, das die UN den Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung gewidmet hat. Eine Spende, eine Sammelaktion oder ein Teameinsatz in diesen Wochen ist willkommen. Allzu oft ist sie aber auch schon die ganze Partnerschaft.
Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die solche Engagements organisieren: Nachhaltigkeits-, CSR- und Workplace-Teams sowie Property Manager, deren Gebäude eine Urban Farm hat. Er zeigt, wie aus einer einmaligen Geste eine Zusammenarbeit wird, die das ganze Jahr trägt – auch in den Monaten, in denen die Outdoor-Farm ruht.

Warum reicht eine einmalige Spende zum Jahresende nicht?
Eine einmalige Spende reicht nicht, weil Tafeln laufend Lebensmittel ausgeben, während sich Firmenspenden oft auf wenige Wochen im Dezember konzentrieren. Nach eigenen Angaben versorgen über 980 Tafeln in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln, getragen von etwa 77.000 Helferinnen und Helfern. Diese Arbeit kennt keine Saison.
Eine Partnerschaft, die um ein einziges Datum herum gebaut ist, passt nicht zu diesem Rhythmus. Ein verlässlicher, regelmäßiger Beitrag lässt sich für eine Tafel deutlich leichter einplanen als eine große Spende, die einmal kommt und dann ausbleibt. Für Ihr Unternehmen hat das einen zweiten Vorteil: Wer das ganze Jahr dabei ist, kann später auch glaubwürdig darüber berichten.
Wer findet die passende Tafel?
Hat Ihr Gebäude eine Farm von MicroHabitat, übernimmt das MicroHabitat. Über das Programm Urbane Solidaritätsfarmen bringt MicroHabitat die Farm mit einer Tafel oder einer anderen gemeinnützigen Organisation in der Nähe des Gebäudes zusammen, die frisches Gemüse annehmen kann, und organisiert die Lieferungen in den Spendenwochen. Sie müssen also weder eine Partnerin suchen noch prüfen, was sie annimmt, noch Liefertage aushandeln.
Die Nähe zur Farm hat einen Grund. Frisches Gemüse von einer Urban Farm verträgt kurze Wege am besten, und Freiwillige kommen eher wieder, wenn sie den Einsatzort in der Mittagspause erreichen.
Die Tafeln freuen sich nach eigenen Angaben ausdrücklich über Obst und Gemüse, halten sich an die gesetzlichen Vorschriften zur Lebensmittelhygiene und prüfen gespendete Ware vor der Ausgabe. Für kleinere Mengen verweist Tafel Deutschland an die Tafel vor Ort oder den zuständigen Landesverband. Genau dort, bei einer Tafel vor Ort, sucht MicroHabitat auch die Partnerin für eine Dachfarm.
Den Anbau selbst planen die Urban Farmer von MicroHabitat für jede Farm, und die Tafel erhält, was die Farm in den Spendenwochen erntet. Um die Anbauplanung muss sich die Tafel nicht kümmern. Ihre Aufgabe bleibt, was sie ohnehin gut kann: frische Lebensmittel zu den Menschen bringen, die sie brauchen.
So kann sich Ihr Unternehmen auf das konzentrieren, was nur es selbst beitragen kann. Sobald Sie wissen, welche Organisation Ihre Farm unterstützt, helfen diese Fragen bei der Planung für den Rest des Jahres:
- An welchen Tagen kann die Organisation Freiwillige einsetzen, und wie viel Vorlauf braucht sie?
- Was braucht sie, wenn die Outdoor-Farm ruht: Freiwillige, bestimmtes Fachwissen, Geld oder bestimmte Artikel?
- Handelt es sich um eine Tafel, eine Suppenküche oder ein Mittagstischangebot? Jede Einrichtung nutzt Hilfe anders.
- Gehört sie zu einem regionalen oder bundesweiten Verband mit eigenen Regeln für Spenden und Ehrenamtliche?
- Wer ist Ihre Ansprechperson, und wer vertritt sie bei Abwesenheit?
Was sollte Ihr Unternehmen mit der Tafel vereinbaren?
Vereinbaren Sie fünf Punkte: Bedarf und Zeitraum, Ansprechpersonen, die Buchung von Einsätzen, was Sie öffentlich sagen dürfen und wann Sie gemeinsam Bilanz ziehen. Eine Seite genügt; es geht um eine Arbeitsvereinbarung, nicht um einen Vertrag. Die Gemüsespenden organisiert MicroHabitat. Die Übergabe von der Ernte bis zur bestätigten Lieferung beschreibt unser Beitrag zum Welternährungstag über Erntespenden; sie wird hier nicht wiederholt.
| Was vereinbaren | Zu klärende Fragen | Wer entscheidet meist |
|---|---|---|
| Bedarf und Zeitraum | Welche Sachspenden, Fähigkeiten oder ehrenamtliche Hilfe sind am nützlichsten, und in welchen Monaten? | Die Tafel |
| Ansprechpersonen | Eine benannte Person auf jeder Seite, dazu eine Vertretung für Urlaub und Krankheit | Beide |
| Gemüsespenden | Liefertage in den Spendenwochen und wie die Tafel von Änderungen erfährt | MicroHabitat, gemeinsam mit der Tafel |
| Ehrenamtliche Einsätze | Gruppengröße, Einweisung und die Termine, an denen wirklich Hilfe gebraucht wird | Die Tafel legt die Bedingungen fest; das Unternehmen besetzt die Einsätze |
| Öffentliche Kommunikation | Darf die Tafel genannt werden? Welche Fotos, Zahlen und Formulierungen sind freigegeben? | Die Tafel gibt frei |
| Bilanz | Ein kurzes Gespräch pro Saison und eine ausführliche Auswertung pro Jahr | Beide |
Versehen Sie die einseitige Vereinbarung mit einem Datum und legen Sie sie dort ab, wo beide Seiten sie finden. Wechselt eine Ansprechperson die Stelle oder übernimmt ein neues Property Management, sorgt genau diese Vereinbarung dafür, dass die Partnerschaft nicht wieder bei null beginnt.
Wie sieht ein Partnerschaftskalender für das ganze Jahr aus?
Ein Jahreskalender gibt jeder Jahreszeit eine Aufgabe: in der Spendenzeit zusagen, im Winter helfen, im Frühjahr das Spendenfenster bestätigen, im Sommer und Frühherbst spenden und zum Saisonende gemeinsam auswerten. Die Tabelle geht von einem Klima mit Winterpause im Freiland aus. In wärmeren Regionen verschieben sich die Monate entsprechend dem örtlichen Anbauzyklus.
| Zeitraum | Auf der Farm | In der Partnerschaft |
|---|---|---|
| November bis Dezember | Outdoor-Farm winterfest | Wie geplant geben und die Zusage für das nächste Jahr bestätigen |
| Januar bis März | MicroHabitat plant den Anbau der nächsten Saison | Einsätze, fachliche Unterstützung und eine Sammelaktion, wenn die Festtage vorbei sind |
| April bis Juni | Installation neuer Farmen, dann Pflanzung | Pflanzaktion für Mitarbeitende oder Mieter; MicroHabitat bestätigt die Tafel und die Spendenwochen |
| Juli bis Oktober | Haupterntewochen | Gemüsespenden, organisiert von MicroHabitat, dazu Ernteeinsätze |
| Oktober bis November | Saisonende | Gemeinsame Auswertung: Was kam an, was half, was ändern wir? |
Im Winter nimmt die nächste Saison Gestalt an. Plant Ihr Gebäude seine erste Outdoor-Farm, ist jetzt die Zeit, einen Anbieter auszuwählen, die Dachprüfung zu beauftragen und zu unterschreiben, damit die Installation im Frühjahr 2027 erfolgen kann. Eine Tafel müssen Sie dafür nicht zusätzlich suchen. In Nordamerika zum Beispiel läuft das Programm Urbane Solidaritätsfarmen von MicroHabitat von Juli bis Oktober und ermöglicht Kunden dort, ihre Ernte einer Tafel in der Nähe zu widmen, die MicroHabitat für sie findet – so kennt die Partnerin den Zeitraum im Voraus. Wo die Saison anders verläuft, legt MicroHabitat das Spendenfenster passend zum örtlichen Kalender fest.
Was kann Ihr Unternehmen im Winter für die Tafel tun?
Im Winter kann Ihr Unternehmen Zeit, Fachwissen, Sammelaktionen und, falls vorhanden, Blattgrün aus einer Indoor-Farm beisteuern, solange jeder Beitrag zu dem passt, was die Tafel braucht. Die Outdoor-Farm ruht, die Lebensmittelhilfe nicht. Tafel Deutschland beschreibt Corporate Volunteering ausdrücklich für einen einzelnen Tag oder als längerfristige Kooperation, ausgerichtet am Bedarf der Tafeln vor Ort und mit einer Einweisung vor dem ersten Einsatz.
- Einsätze über die Saison verteilt. Abholen, Sortieren und Ausgeben brauchen im Januar ebenso Hände wie im Dezember. Fragen Sie, ob ein kleines Team jeden Monat mehr hilft als eine große Gruppe in der vollsten Woche.
- Fachwissen statt nur Stunden. Kolleginnen und Kollegen aus Finanzen, Logistik, Gestaltung oder IT können ein konkretes Projekt übernehmen, das die Tafel benennt, etwa einen Einsatzplan oder einen Spenderbrief.
- Sammelaktionen nach dem Bedarf der Tafel. Eine Sach- oder Geldsammlung im Spätwinter, wenn die Festtage vorbei sind, kann nützlicher sein als eine weitere im Dezember. Fragen Sie nach der aktuellen Liste der dringend benötigten Artikel.
- Grünes aus dem Innenraum. Eine Indoor-Farm im Büro lässt Blattgemüse und Kräuter den Winter über wachsen. Die Ernte ist klein. Sehen Sie sie als regelmäßige Geste, die die Partnerschaft sichtbar hält, und klären Sie vorher, ob die Tafel sie verwenden kann.
- Lernformate. Kurze Bildungsangebote wie ein Workshop zu Saatgut oder Lebensmittelverschwendung finden drinnen statt und machen die Partnerschaft auch bei Kolleginnen und Kollegen bekannt, die im Dezember nicht dabei waren.
Respektieren Sie die Kapazität der Tafel. Eine Einrichtung, die jede Woche eine neue Gruppe einweisen oder Platz für eine unangekündigte Lieferung schaffen muss, arbeitet für Sie. Fragen Sie, welche Einweisung nötig ist und wie viel Vorlauf die Tafel braucht, und planen Sie danach.
Wie berichten Sie ehrlich über die Partnerschaft?
Ehrlich berichten Sie, wenn Sie nur Zahlen veröffentlichen, die die Tafel bestätigen kann – für alles, was Sie beigetragen haben: Gemüse, Zeit, Geld und Aktivitäten. Der Test ist einfach: Würde die Tafel Ihren Nachhaltigkeitsbericht als zutreffend erkennen?
Brauchbare Kennzahlen sind schlicht und überprüfbar. Jede sollte die Tafel selbst nachprüfen können:
- gelieferte und angenommene Gemüsemengen in Kilogramm, mit Datum
- Einsätze und Stunden laut Anmeldeliste
- Geld- oder Sachspenden, wie die Tafel sie erfasst hat
- durchgeführte Workshops oder Aktivitäten und die Zahl der Teilnehmenden
Halten Sie beim Gemüse geerntete, gespendete und angenommene Mengen auseinander, wie es der Beitrag zum Welternährungstag beschreibt, und rechnen Sie Kilogramm nicht in Mahlzeiten um, es sei denn, die Tafel stellt ihre eigene Umrechnung bereit und ist mit der Verwendung einverstanden. Wie solche Zahlen in einen umfassenderen Programmbericht passen, mit klar gekennzeichneten gemessenen und geschätzten Werten, erklärt unser Leitfaden, wie Sie die Wirkung einer Urban Farm messen.
Schicken Sie den Entwurf vor der Veröffentlichung an die Tafel. Diese Höflichkeit verhindert Fehler und bringt oft eine bessere Geschichte zutage, etwa was die Küche aus dem Gemüse gekocht hat.
Häufige Fragen
Müssen wir selbst eine Tafel finden?
Nein. Hat Ihr Gebäude eine Farm von MicroHabitat, findet MicroHabitat eine Tafel oder eine andere gemeinnützige Organisation in der Nähe der Farm und organisiert die Gemüsespenden in den Spendenwochen. Ihr Unternehmen kann dann Einsätze, Geldspenden oder Sammelaktionen ergänzen, um die die Tafel bittet.
Sollte ein Unternehmen Geld, Lebensmittel oder Zeit spenden?
Fragen Sie die Tafel, denn die Antwort unterscheidet sich von Einrichtung zu Einrichtung und im Lauf des Jahres. Viele nehmen alle drei Formen an. Eine Partnerschaft, die eine planbare Geldspende mit regelmäßigen Einsätzen und saisonalem Gemüse verbindet, gibt der Tafel mehrere Möglichkeiten, sich auf Sie zu verlassen.
Kann ein kleiner Dachgarten einer Tafel wirklich helfen?
Die Ernte einer einzelnen Farm ist bescheiden, und so sollte man sie auch darstellen. Ihr Wert liegt in der Regelmäßigkeit, in frischer Ware und in den Freiwilligen, die sie zur Tafel bringt. In seinem gesamten Netzwerk hat MicroHabitat mit mehr als 35 Tafeln zusammengearbeitet und 59.400 Pfund (lbs) Lebensmittel gespendet; das zeigt, was viele kleine Farmen gemeinsam beitragen können.
Können Mitarbeitende als Team bei der Tafel helfen?
In der Regel ja, aber zu den Bedingungen der Tafel. Fragen Sie nach Gruppengröße, Einweisung oder Sicherheitshinweisen und den Tagen, an denen Hilfe am meisten fehlt, und verteilen Sie die Termine über das Jahr, statt alles in den Dezember zu legen. Prüfen Sie auch Ihre eigene Regelung für Freistellungen, damit Mitarbeitende während der Arbeitszeit teilnehmen können.
Plant Ihr Gebäude eine Farm für das Frühjahr 2027, sagen Sie uns, dass die Ernte an eine Tafel gehen soll – MicroHabitat findet dann eine in der Nähe des Gebäudes. Wer schon jetzt anfangen möchte, bucht für Januar einen ersten Einsatz bei einer Tafel vor Ort und fragt, was sie im nächsten Sommer brauchen wird.



